Weihnachts-Lösewettbewerb 2012
der Stuttgarter Zeitung - Auflösung

Unter den 55 Einsendungen wurden folgende Gewinner der Hauptpreise (Aufgabe A und B richtig gelöst) ausgelost:

1. Preis (Apple I-Pod): Dietmar Fauth aus München
2. Preis (Falk-Navigationssystem): Jürgen Berthel aus Stuttgart
3. Preis (Apple I-Pod Nano): Martin Kummer aus Karlsruhe

Fünfzehn Mitspieler meisterten alle Schwierigkeiten des diesjährigen Wettbewerbs. Neben den bereits mit einem Hauptpreis bedachten Dietmar Fauth, Jürgen Berthel und Martin Kummer sind dies:

Olli Heimo (Helsinki)
Hannu Lehto (Kerava/Finnland)
Mario Richter (Berlin)
Silvio Baier (Dresden)
Norbert Geissler (München)
Randolf Eilenberger (Dossenheim)
Markus Knapp (Karlsruhe)
Gerson Berlinger (Bad Friedrichshall)
Paul Maier (Backnang)
Rolf Sandau (Oberstenfeld)
Jens Guballa (Tamm)
Rolf Schreiber (Stuttgart).

Sie alle erhalten einen Buchpreis.
Am schwierigsten wurde die Aufgabe E empfunden, doch ausschlaggebend war letztlich die B, wo namhafte Experten entweder die Lösung mit wDa7 übersahen oder aber auf eine Verführung hereinfielen.

 

A: Werner Keym, Urdruck

Ergänze den schwarzen König so, dass Weiß sofort Matt setzt. (7+0+1)

Lösung: +sKh1 und 1.Kf2#, +sKc6 und 2.Db5#. Verführungen +sKb2/1.Ta2# und +sKd3/1.0-0-0#, da Schwarz jeweils ohne letzten Zug dasteht.
Manche Leser waren vom Wort "sofort" etwas irritiert; die zusätzliche Angabe von +sKb6/Kc5 0…Kc6 2.Db5# blieb ohne Einfluss auf die Wertung.

B: Günther Weeth, Urdruck

Ein Stein ist so einzusetzen, dass der letzte Zug eindeutig ist. (4+3+1)

Zwei Lösungen: +wTa8!, zuletzt b7:Ta8T+ (davor sTa7 zieht oder schlägt nach a8). +wDa7!, zuletzt D:a8:Sa7+ (davor hatte der Springer auf a7 geschlagen). Es gibt diverse Verführungen, bei denen der letzte Zug eben doch nicht ganz eindeutig ist (z.B. +wTa7?), und insbesondere +wBb5?, da vor b4-b5+ Schwarz keinen letzten Zug hatte.
An der zweiten Lösung (+wDa7!) wie auch an der Verführung +wBb5? scheiterten etliche Spitzenlöser.

C: Silvio Baier, nach Francois Perruchaud

Wie ist der kürzeste Verlauf bis zu dieser Stellung? (Hilfsspiel) Zwei Lösungen. (14+15)

a) 1.a4 Sc6 2.a5 S:a5 3.h4 Sc6 4.h5 Sb8 5.h6 S:h6 6.T:a7 Sg8 7.Ta1.
b) 1.h4 a5 2.Th3 Ta6 3.Ta3 Th6 4.T:a5 T:h4 5.a4 T:a4 6.Th5 Ta8 7.Th1.
Dreifacher gemischtfarbiger Switchback bzw. gemischtfarbiger doppelter "perfekt getakteter" (M. Kummer) Turmrundlauf.

D: Günther Weeth/Klaus Wenda, Urdruck

Weiß nimmt vier, Schwarz drei Züge zurück, dann Matt in zwei Zügen. (7+9)

"Ziel ist die Verhinderung der Rochade, um mit h6-h7 ein Matt zu erzielen, bei gleichzeitiger Abdeckung von f7. Die Verhinderung kann erreicht werden, wenn bewiesen wird, dass der wBa2 auf a8 gewandelt wurde." (Rolf Sandau)

Lösung: 1.Ld3:Be2! e3-e2+ 2.Ke2:Lf1 f2-f1L+ 3.Lc4:Bd3 d4-d3+ 4.Kf1:Te2! (Rückkehr) und nun 1.h7 nebst 2.h8D#, da Schwarz nicht rochieren darf. Nicht 3.Lc4:Ld3? Lb1:Bd3+!, nun ist 4.Kf1:Te2 illegal (weiße Schlagfälle), und nach Kf1-e2 und 1.h7 verteidigt …L:d3+!. In der Stellung nach dem vierten Retrozug:

haben die schwarzen Bauern neun Schlagfälle verbraucht, die weißen drei. Die schwarzen Bauern schlugen nie auf die a-Linie. Der weiße a-Bauer, der ebenfalls als Schlagobjekt diente, muss sich schlaglos auf a8 verwandelt haben. Also ist …0-0-0 illegal.

E: Günther Weeth/Andrej Frolkin, Urdruck

Wie lautete der letzte Zug? Stellungsauflösung (Hilfsspiel) bis der schwarze König freigespielt ist. (14+12)

Alle sechs fehlenden Steine sind durch die Bauernstruktur erklärt, mithin können im Rückwärtsspiel nur Bauern entschlagen; d2:e3 darf vorerst nicht zurückgenommen werden wegen des Lb6. Auch bei den Rückwärtszügen des Bh6 ist Sparsamkeit gefragt, schließlich zog der schwarze König via g2 nach a2.

Lösung: 1.Tc1-a1+! d5-d4! (e5:Td4? ist nutzlos) 2.g5:Sh6! ("nur so kommt eine Figur aufs Brett, die sich auf b1 postieren kann, um dem schwarzen König das Feld a1 zugänglich zu machen." - Guballa) Sf5-h6 (es sind auch andere Springerrouten möglich) 3.Tb1-c1 Sd4-f5 4.Tc1-b1 Sb5-d4 5.Tb1-c1 Sa3-b5 6.Tc1-b1 Sb1-a3! 7.g5-g4 Ka1-a2 8.g3-g4! (Ka3-a4? Sc3-b1+ und nun?) e6:Ld5! ("jetzt folgt die nächste Phase: Wegzug des Sb1, um den wK nach a3 zu lassen. Der Sb1 wird dazu gegen einen wL ausgetauscht." - Guballa) 9.La2-d5!, Sd2-b1 10.Lb1-a2+ Se4-d2 11.Ka3-a4.

"Jetzt kann der Sd1 ziehen und die Stellung löst sich auf: 11…Sc3-d1. Die weitere Auflösung stellt keine Probleme mehr: Der wT verlässt die erste Reihe, der wL ebenfalls. Der sK gelangt über g2 und h3 ins Freie, und der Knoten am linken Rand löst sich auf." (Guballa)

1.Tb1-a1+? würde später den Wanderspringer auf dem falschen Fuß erwischen.

 

Aufgaben und Ausschreibung

Schachaufgaben Wie jedes Jahr seien die Leser zu unserem Rätsel mit vielen Preisen eingeladen. Von Harald Keilhack

Unter den Einsendern richtiger Lösungen von A und B werden ein Apple I-Pod Touch, ein Falk-Navigationssystem und ein Apple I-Pod Nano verlost. Wer alle fünf Aufgaben korrekt löst, wird ehrend erwähnt und erhält einen Buchpreis.
Achten Sie darauf, dass nach Einfügen eines Steins eine legale Stellung entsteht. Zu prüfen ist jeweils, ob es mehrere Lösungen gibt. Bei D beginnt Weiß mit der Rücknahme und Schwarz verteidigt sich (Proca).


A: Werner Keym, Urdruck

Ergänze den schwarzen König so, dass Weiß sofort Matt setzt. (7+0+1)

B: Günther Weeth, Urdruck

Ein Stein ist so einzusetzen, dass der letzte Zug eindeutig ist. (4+3+1)

C: Silvio Baier, nach Francois Perruchaud

Wie ist der kürzeste Verlauf bis zu dieser Stellung? (Hilfsspiel) Zwei Lösungen. (14+15)

D: Günther Weeth/Klaus Wenda, Urdruck

Weiß nimmt vier, Schwarz drei Züge zurück, dann Matt in zwei Zügen. (7+9)

E: Günther Weeth/Andrej Frolkin, Urdruck

Wie lautete der letzte Zug? Stellungsauflösung (Hilfsspiel) bis der schwarze König freigespielt ist. (14+12)

 


Einsendungen erbeten bis 15. Januar (Poststempel) an die Stuttgarter Zeitung (Schach), Postfach 106032, 70049 Stuttgart.


 

Weihnachts-Lösewettbewerb 2011
der Stuttgarter Zeitung - Auflösung

Auch Spitzenlöser erlagen den zahlreichen Tücken des Parcours - Fast zu anspruchsvoll, denn nur vier Mitspieler meisterten alle Klippen.

Unter den 48 Einsendungen wurden folgende Gewinner der Hauptpreise (Aufgabe A und B richtig gelöst) ausgelost:

1. Preis (Apple I-Pod Touch): Rudolf Rüther aus Stuttgart
2. Preis (Falk-Navigationssystem): Thomas Lutzius aus Stuttgart
3. Preis (Apple I-Pod Nano): Martin Pfleiderer aus Korntal-Münchingen

Jedoch waren es nur ganze vier Einsender, die sämtliche Hürden des diesjährigen Wettbewerbs nahmen, was vor allem an der superschweren Aufgabe D lag, die nur von sieben Lesern enträtselt wurde.

Die Namen der Könner:

Olli Heimo (Helsinki)
Silvio Baier (Dresden)
Jens Guballa (Tamm)
Thomas Lutzius (Stuttgart).

Bei nur einer Aufgabe daneben lagen Norbert Geissler (München), Markus Knapp, Martin Kummer (beide Karlsruhe), Ronald Schäfer (Aalen), Randolf Eilenberger (Dossenheim), Markus Zehender (Ulm), Gerson Berlinger (Bad Friedrichshall), Paul Maier (Backnang) und Martin Pfleiderer (Korntal). Sie alle erhalten - soweit nicht Hauptpreisträger - einen Buchpreis.


A: Günther Weeth, Urdruck

Füge einen Stein hinzu, dann Matt in einem Zug. (6+10+1)

Es gibt zwei Lösungen:
a) + wDc5 und 1.D:a7#.
b) +wLd8 und 1…D:d4# - Schwarz darf selbst mattsetzen, da er keinen letzten Zug hat. Insbesondere nicht d7:c6 (Ld8?!) oder b7:c6. In jenem Fall wären Ld8 und La8 Umwandlungsfiguren und die Schlagfallbilanz geht bei sechs fehlenden Steinen von Schwarz nicht mehr auf, da der Th8 nicht als Schlagobjekt für die Bauern zur Verfügung stand.

B: Günther Weeth/Werner Keym, Urdruck

Weiß nimmt einen Zug so zurück, dass das Spiel dann in einem Zug beendet wird. (5+4)

Drei Lösungen:
a) zurück Lc1:Ta3, 1.Tb2#.
b) zurück Lc1:Ba3; 1.Ta2 Patt.
c) zurück Lc1:Ba3; vor 1.Le2 (Zugzwang) 1…a2# (erzwungen!) mit Selbstmatt.
Diverse Hilfsmatts durch Schwarz waren nicht gefragt: Beim Hilfsmatt beginnt Schwarz und der ist hier nicht am Zug. Weiß sollte so zurücknehmen, dass zwingend das Spiel beendet wird. Diverse Spitzenlöser verpassten hier die Lösung c).

C: Werner Keym, Urdruck

Weiß nimmt drei, Schwarz zwei Züge zurück, dann Matt in einem Zug. (5+2)

Lösung:
Zurück 1.e5:d6 e.p. d7-d5 2.Sh6-g8 0-0-0+ 3.Sf5:Bh6!, statt dessen 1.g8D#. Auf h6 muss unbedingt ein Bauer entschlagen werden, zuvor geschah h7-h6, denn Ke8 oder Ta8 haben ja nie gezogen!
En-passant, Rochade und Umwandlung: Keyms beliebter Valladao-Task in der orthodoxen Miniatur.

D: Günther Weeth, Urdruck

Nach Einfügen eines Turms kürzestes Rückspiel, bis Weiß einzügig mattsetzt. (Proca, 11+13+1)

Lösung: + wTh8.
Doch damit ist es längst nicht getan, zunächst die Retroanalyse: Lc1 und Lf1 wurden auf den Ursprungsfeldern geschlagen, sowie eine weiße Figur auf c6. Bleibt nur noch ein weißes Schlagobjekt übrig. Der sBh2 hat folglich die h-Linie nie verlassen, Weiß hat mit zwei Schlägen den Bh2 auf h8 unterverwandelt sowie c:b7 gespielt. Schwarz darf den h-Bauern mithin erst nach h7 zurücksetzen, wenn Weiß g:h zurückgenommen hat; und d7:c6 geschah auch bevor der Te8 die achte Reihe enterte (f7:e8T scheitert an der Schlagfallbilanz, Sd8 und Te8 sind im Rückwärtsspiel vorerst unbeweglich).
Damit ergibt sich die Schlüsselidee: Weiß muss die lange Rochade zurückspielen! Er stellt damit Ke1 und Ta1 im weiteren Rückspiel unbeweglich. Schwarz ist dann gezwungen, wegen drohenden Retropatts eine weiße Figur auf g8 aufs Brett zu zaubern.
Also: +wTh8, zurück 1.Kb1-c2! f7-f6 2.Tc1-c4 h3-h2 3.Td1-c1 h4-h3, 4.Kc1-b1 h5-h4 5.0-0-0! h6-h5 (schwarze Bauernzüge können umgestellt werden) 6.Th7-h8!. Nun ist es soweit: Schwarz muss auf g8 eine Figur entschlagen, und zwar nur einen Springer (sonst erneut Retropatt): 6…Th8:Sg8 7.Sf6-g8, und stattdessen Se5-d7# (Achtung, hier ist uns im Original-Zeitungstext ein Lapsus unterlaufen!).
Einigen sehr starken Lösern, die den Kniff mit der Rochade nicht fanden, war die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. Sie versuchten es mit langzügigen Remispendeln, gar die 50-Züge-Regel wurde bemüht, aber es nagten Zweifel: "Elegant ist anders … Ich fürchte hier habe ich nicht die kürzeste Lösung." (Schreiber) "Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, einer Falle aufgesessen zu sein." (Geissler)

Für die Top-Löser resümiert Guballa: "Dieses Rätsel ist für mich das Highlight der Serie."

E: Günther Weeth/Andrej Frolkin, Urdruck

Löse die Stellung auf! (Rückwärtsspiel bis der weiße König befreit ist) (14+13)

Lösung:

zurück 1…Ta2-b2+ 2.b4:Sc5! Se4-c5 3.g6-g7 Sf2/Sg3-e4 4.g5-g6 Sh1-f2 5.g4-g5 h2-h1S 6.g3-g4 h3-h2 7.f3-f4 g4:Lh3! (Verführung 7…g4:Sh3? - Schwarz fehlt am Ende ein Tempo!) 8.f2-f3!! g5-g4 9.Ld7-h3 g6-g5 10.Le8-d7 g7-g6 11.e7-e8L d6-d5 12.e6-e7 d7-d6 13.e5-e6 h6-h5 14.e4-e5 h7-h6 15.e2-e4 e3:Sd2 (so weit sollte es angegeben werden), und jetzt gibt es hinreichend Rangierbahnhöfe, um geduldig den Knoten zu entwirren. "Und irgendwann sind alle wieder da, wo sie anfangs hingehören." (Eilenberger).
Thema: Nachweis zweier Ceriani-Frolkin-Figuren, siehe 2. und 7. Zug!

 


Aufgaben und Ausschreibung

 

Schachaufgaben Wie jedes Jahr seien die Leser zu unserem Rätsel mit vielen Preisen eingeladen. Von Harald Keilhack

Unter den Einsendern richtiger Lösungen von A und B werden ein Apple I-Pod Touch, ein Falk-Navigationssystem und ein Apple I-Pod Nano verlost. Wer alle fünf Aufgaben korrekt löst, wird ehrend erwähnt und erhält einen Buchpreis.
Achten Sie darauf, dass nach Einfügen eines Steins eine legale Stellung entsteht. Zu prüfen ist, ob es mehrere Lösungen gibt. Bei C und D beginnt Weiß mit der Rücknahme und Schwarz verteidigt sich (Proca). Und: Ein Zug kann aus einem oder zwei Halbzügen bestehen.


A: Günther Weeth, Urdruck

Füge einen Stein hinzu, dann Matt in einem Zug. (6+10+1)

B: Günther Weeth/Werner Keym, Urdruck

Weiß nimmt einen Zug so zurück, dass das Spiel dann in einem Zug beendet wird. (5+4)

C: Werner Keym, Urdruck

Weiß nimmt drei, Schwarz zwei Züge zurück, dann Matt in einem Zug. (5+2)

D: Günther Weeth, Urdruck

Nach Einfügen eines Turms kürzestes Rückspiel, bis Weiß einzügig mattsetzt. (11+13+1)

E: Günther Weeth/Andrej Frolkin, Urdruck

Löse die Stellung auf! (Rückwärtsspiel bis der weiße König befreit ist) (14+13)

 


Einsendungen erbeten bis 15. Januar (Poststempel) an die Stuttgarter Zeitung (Schach), Postfach 106032, 70049 Stuttgart.

 

 

Weihnachts-Lösewettbewerb 2010
der Stuttgarter Zeitung

Schachrätsel Aufs Neue seien die Leser zu unserem Wettstreit mit vielen Preisen eingeladen. Von Harald Keilhack

Wettbewerb 2009

24./30. Januar: Auflösung

Fünfzig von 76 Einsendungen gelangten in die Preisziehung (Aufgabe A und B hinreichend gut gelöst). Hier die glücklichen Gewinner:

1. Preis (Apple I-Pod touch): Rolf Heimerdinger aus Bad Ditzenbach

2. Preis (Falk-Navigationssystem): Hellmut Klevenow aus Berlin

3. Preis (Philips Blu-ray-Player): Bernd Schwarzkopf aus Neuss

55 Löser beteiligten sich am Expertenwettbewerb, davon sandten 14 komplett richtige Lösungen ein und erhalten jeweils einen Buchpreis:

Silvio Baier (Dresden), Gerson Berlinger (Bad Friedrichshall), Dietmar Fauth, Norbert Geissler (beide München), Jens Guballa (Tamm), Hannu Harkola, Olli Heimo (beide Helsinki), Henrik Juel (Kokkedal/Dänemark), Kurt Lorenz (Marbach), Thomas Lutzius (Stuttgart), Paul Maier (Backnang), Mario Richter (Berlin), Rolf Sandau (Oberstenfeld), Ronald Schäfer (Aalen).

Zehn Löser scheiterten mitunter unglücklich an einer Kleinigkeit: Randolf Eilenberger, Nils Empacher, Markus Knapp, Martin Kummer, Hannu Lehto, Dietrich Noffke, Karl Roscher, Rolf Schreiber, Bernd-Martin Schuh, Bernd Schwarzkopf.

 

A: Günther Weeth/Werner Keym, Urdruck

Ein Stein ist umzufärben, dann Matt in einem Zug. (5+6)

Es gibt tückischerweise drei Lösungen:
wBg7 und 1.g8D#
wTb8 und 0...Kf7 1.Ke5#
sLc4 und nach 1.K:c4 Lf7# oder 1.Ke5 Tb5# erwischt es unverhofft den weißen König.

B: Günther Weeth, Urdruck

Füge einen Stein so hinzu, dass die Stellung illegal ist (normales Material, keine Bauern auf der Grundlinie). (2+7+1)

Elf Lösungen:
Illegale Bauernstrukturen nach +sBc6, +sBd5, +sBd7, +sBe6.
Unmögliche Schachgebote mit +sLb8, +wTd7, +wTh8, +wDh8
(bei +wDa8/wTa8 wäre zuletzt Kb8-a7+ möglich, bei +wDf8 ein Schlagen auf f8).
Illegale Läuferstellungen: +sLa8, +sLg8 (wLa8/Lg8 durch Umwandlung möglich).
Und schließlich:
+sBh6!, und der wK kann nicht via g7 nach a7 gelangt sein.

C: Werner Keym, Urdruck

Wie lautete der letzte Zug von Weiß? (4+8)

Auch hier gab es gleich drei Lösungen:
a) c5-c6+, und zuvor geschah Tb7-b5+.
b) d5:c6 e.p., davor c7-c5 d4-d5+ Tb7-b5+.
c) Ke3:Bf3! mit der Herleitung e4:f3+ e.p. f2-f4 Tg5-b5+.

D: Werner Keym, Urdruck

Kürzestes Matt nach Hinzufügen eines Bauern. (8+15+1)

+wBg5!, und nun nicht nur Matt in drei (1.b7/1.L:b4/1.g8D/T+), sondern auch legal Matt in zwei Zügen mit 1.g5:f6! e.p.! 0-0-0 2.a8D#

Valladao, Zweitdarstellung im direkten Zweizüger. Erstdarstellung eben durch Werner Keym in feenschach 2010.

"Die naheliegenden +wBd6? oder +wBf6? mit 1.g8D# ergeben jeweils eine illegale Stellung. Es gibt aber eine elegante Möglichkeit, doch einen Bauern nach f6 zu bringen: +wBg5, und Schwarz muss zuletzt so gezogen haben, dass Weiß seinerseits zuvor wieder einen letzten Zug hat." (Lauinger)

Und nur 1...f7-f5 ermöglicht einen solchen mit f6:Dg7. U.a. kamen h6:Dg7, f4/h4:Dg5 (der Bg7 käme nicht nach g2 zurück), e5-e6 (die d- und e-Bauern kämen nicht aneinander vorbei) nicht in Betracht. Und letzte Züge wie h5:g4 oder c6:b5 zerstören die Retroanalyse:

"Auf das Konto der schwarzen Bauern a2, a4 und b5 gehen vier Schlagfälle (z.B. a- und b-Bauer überkreuz und c-Bauer zur a-Linie), Bd4/e4 zwei (überkreuz) und Bg4 einer. Damit sind alle sieben schwarzen Schlagfälle erklärt. Als Schlagobjekte dienen u.a. zwei aus weißem c- und h-Bauer hervorgegangene Umwandlungsfiguren." (Markus Knapp)

E: A. Frolkin/A. Kornilow, Urdruck

Matt in einem Zug? (Begründung: Wie entkommt der schwarze König im Rückwärtsspiel?) (14+12)

Schlagfallbilanz und Umwandlungen: Die weißen Bauern a, b, d, und h schlugen die fehlenden vier Steine von Schwarz (h-Bauer schlägt schwarzen g-Bauern, d-Bauer schlägt schwarzen c-Bauern) und haben sich auf b8, g8, a8/c8 (oder zweimal auf c8) in Läufer umgewandelt. Ferner wandelte sich der schwarze h-Bauer auf h1 in einen Läufer um, und der g-Bauer schlug Bg4:Tf3, und zwar bevor der weiße Bauer nach g6 zog. Damit bleibt allein das Schicksal des weißen e-Bauern vorerst ungeklärt.

Als letzte Züge fallen also ...a6:b5, g4:Tf3, Ka1:Ta2, Ka1-a2 mit zuvor g7:h8D+ weg.
So löst sich die Stellung auf: 1...Kb3-a2 2.Lb1-c2+ Kc4-b3 3.Lc2-d3+ Kd5-c4 4.Ld3-e4+ Ke6-d5 5.Le4-f5+, nun der Clou: 5...Kd5: Be6!!. Jetzt Kommando zurück: 6.Lf5-e4+ Kc4-d5 7.Le4-d3+ Kb3-c4 8.Ld3-c2+ Ka2-b3 9.Lc2-b1+ Ka1-a2 10.e5-e6!+ Ka2-a1, "und schön ruhig ist es im Gemach" (Guballa).

"Ist das jetzt eine König-Rutschbahn, eine Läufer-Rutschbahn oder ein doppeltes Läufer-Domino?" (Günter Lauinger)

Allgemein wurden die Aufgaben je nach Perspektive als schwer erachtet, mit dem Höhepunkt bei D, die aber immerhin auch von 22 Lesern geknackt wurde:

"Dieses Problem (die D) ist mehr als nur heimtückisch, es ist geradezu "Keym-tückisch!" (Norbert Geisler).

"So, das war es mal wieder. Und der Vorsatz, nicht mehr als drei Druckseiten zu brauchen, ist auch eingehalten. Bei den Aufgaben D und E könnte man sich richtig austoben und sich auf das Gebiet der Schach-Unterhaltungsliteratur begeben." (J. Berthel)

 


Aufgaben und Ausschreibung

Unter den Einsendern richtiger Lösungen von A und B werden ein Apple I-Pod touch, ein Falk-Navigationssystem und ein Philips Blu-ray-Player verlost. Wer alle fünf Aufgaben korrekt löst, erhält einen Buchpreis und wird bei der Besprechung namentlich genannt.
Nach Ergänzen oder Umfärben muss eine legale Stellung entstehen (Ausnahme B mit der Umkehrforderung). Ferner ist jeweils zu prüfen, wie viele Lösungen es gibt.


A: Günther Weeth/Werner Keym, Urdruck

Ein Stein ist umzufärben, dann Matt in einem Zug. (5+6)

B: Günther Weeth, Urdruck

Füge einen Stein so hinzu, dass die Stellung illegal ist (normales Material, keine Bauern auf der Grundlinie). (2+7+1)

C: Werner Keym, Urdruck

Wie lautete der letzte Zug von Weiß? (4+8)

D: Werner Keym, Urdruck

Kürzestes Matt nach Hinzufügen eines Bauern. (8+15+1)

E: A. Frolkin/A. Kornilow, Urdruck

Matt in einem Zug? (Begründung: Wie entkommt der schwarze König im Rückwärtsspiel?) (14+12)

 


Einsendungen erbeten bis 15. Januar (Poststempel) an die Stuttgarter Zeitung (Schach), Postfach 106032, 70049 Stuttgart.

 


 

 

Weihnachts-Lösewettbewerb 2009
der Stuttgarter Zeitung

Auflösung

Schachrätsel Wie jedes Jahr seien die Leser zu unserem Wettstreit mit vielen Preisen eingeladen. Von Harald Keilhack

Unter den Einsendern richtiger Lösungen von A und B werden ein Apple I-Pod, ein Falk-Navigationssystem und ein Philips-DVD-Player verlost. Wer alle fünf Aufgaben korrekt löst, erhält einen Buchpreis und wird bei der Besprechung namentlich genannt. Achten Sie darauf, dass nach Zurücknehmen, Entfernen oder Ergänzen eine legale (= durch regelkonforme Züge herbeizuführende) Stellung entsteht. Ferner ist jeweils zu prüfen, ob es nicht mehr als eine Lösung gibt. Viel Spaß beim Lösen und Kommentieren!

A: Günther Weeth, Urdruck

Weiß nimmt seinen letzten Zug zurück und setzt stattdessen Matt. (2+2).



B: Günther Weeth/Werner Keym, Urdruck

Entferne einen Bauern, dann Matt in zwei Zügen. (5+7) (-1)


C: Werner Keym, Version

Auf ein leeres normales 8x8-Brett wird ein Turm gestellt. Er macht nun sieben aufeinanderfolgende, stetig länger werdende Züge und kehrt am Ende der Reise auf sein Ausgangsfeld zurück. Wie viele Richtungsänderungen um 90 Grad macht er dabei a) maximal b) minimal? Wie verläuft jeweils sein Weg? (symmetrische Lösungen brauchen nicht extra angegeben zu werden)


D: Günther Weeth, Urdruck

Weiß nimmt seinen letzten Zug zurück und hält dann remis. (10+7)


E: Günther Weeth/Werner Keym, Urdruck

Ergänze einen Bauern und einen weiteren Stein so, dass in der entstehenden Stellung zwei bestimmte Steine nachweislich Umwandlungsfiguren sind (Stellungsauflösung und Retroanalyse!). (8+13 (+2)

 


Einsendungen erbeten bis 15. Januar (Poststempel) an die Stuttgarter Zeitung (Schach), Postfach 106032, 70049 Stuttgart.

 


Lösewettbewerb:
Die Gewinner

Weihnachtsrätsel 41 von 69 Mitspielern lösten die ersten beiden Aufgaben korrekt.
Immerhin 22 Mitspieler lösten auch die schweren Aufgaben perfekt.
Von Harald Keilhack

Von 69 Einsendungen gelangten 41 in die Preisziehung (Aufgabe A und B richtig gelöst). Hier die glücklichen Gewinner:

1. Preis (Apple I-Pod): Peter Wauschkuhn aus Stuttgart

2. Preis (Falk-Navigationssystem): Michael Bürker aus Metzingen

3. Preis (Philips-DVD-Player): Karl Mittelbach aus Reutlingen

50 Löser beteiligten sich am Expertenwettbewerb, davon sandten 22 komplett richtige Lösungen ein und erhalten jeweils einen Buchpreis:

Olli Heimo (Finnland)
Hannu Lehto (Finnland)
Klaus Wenda (Wien)
Günter Büsing (München)
Dietmar Fauth (München)
Norbert Geissler (München)
Mario Richter (Berlin)
Silvio Baier (Dresden)
Klaus Roscher (Neckargemünd)
Martin Kummer (Karlsruhe)
Ronald Schäfer (Aalen)
Hans Bergmann (Aalen)
Gerson Berlinger (Bad Friedrichshall)
Markus Knapp (Großeicholzheim)
Erhard Mozer (Vaihingen)
Kurt Lorenz (Marbach)
Jens Guballa (Tamm)
Martin Pfleiderer (Korntal-Münchingen)
Jürgen Berthel (Stuttgart)
Nils Empacher (Stuttgart)
Thomas Lutzius (Stuttgart)
Rolf Schreiber (Stuttgart).

Die Genannten begründeten auch Aufgabe E sauber. Bei D ließen manche Analysen des Endspiels nach a1S Wünsche offen, hier haben wir ein Auge zugedrückt.
Besonders bedanken möchten wir uns schließlich bei all jenen, die trotz fehlender Idee bei der schweren Aufgabe E ausführliche Lösungen einschickten.

A: Günther Weeth, Urdruck

Weiß nimmt seinen letzten Zug zurück und setzt stattdessen Matt. (2+2).

Es gibt zwei Lösungen: Zurück Kc7:Td8 oder zurück Kc8:Ld8, jeweils gefolgt von 1.b7#. Nach der Rücknahme von Kc7-d8 oder Kc8-d8 hätte Schwarz keinen letzten Zug.

B: Günther Weeth/Werner Keym, Urdruck

Entferne einen Bauern, dann Matt in zwei Zügen. (5+7) (-1)

Auch hier zwei Lösungen. Entferne sBe7, dann 1.K:g7 und 2.Tf8# bzw. 1...0-0-0 2.Tfc7#. Oder entferne wBg6, dann 1.K:g7 und 2.Tf8#. Schwarz kann sich nicht mehr mit der langen Rochade verteidigen mangels eines passenden letzten Zuges: Lb1-a2 entfällt, bei ...f6:g5 hat der Tf7 mit oder ohne Umwandlung den Ke8 bewegt, bei ...g6-g5 kam der Kh7 nicht ohne schwarzen Rochadeverlust am Ke8 vorbei.

C: Werner Keym, Version

Auf ein leeres normales 8x8-Brett wird ein Turm gestellt. Er macht nun sieben aufeinanderfolgende, stetig länger werdende Züge und kehrt am Ende der Reise auf sein Ausgangsfeld zurück. Wie viele Richtungsänderungen um 90 Grad macht er dabei a) maximal b) minimal? Wie verläuft jeweils sein Weg? (symmetrische Lösungen brauchen nicht extra angegeben zu werden)

Lösung: Maximal fünf: Ta2-a1-c1-c4-c8-h8-h2-a2. Minimal zwei: Ta3-b3-b1-b4-b8-b3-h3-a3; jeweils plus symmetrische Wege. Verführung mit drei Wendungen: Ta2-a1-a3-d3-h3-h8-h2-a2. „Mal was Neues, Mathematik im Schachgewand“ (Norbert Geissler).

D: Günther Weeth, Urdruck

Weiß nimmt seinen letzten Zug zurück und hält dann remis. (10+7)

Lösung: Zurück Kd1:Le1! und stattdessen 1.Kc2
a) 1...a1D patt
b) 1...a1T 2.Kb2 Td1 3.Kc2 Ta1 Zugwiederholung
c) 1...a1L 2.Kb1 Lc3 3.Kc2 La1
d) 1...a1S+ 2.Kc1, und auch hier kann Schwarz nicht gewinnen. Man kann allerhand analysieren (z.B. zunächst den Ke8 vorrücken), aber letztlich scheitern alle Versuche in Richtung h3 am Springerfang, etwa 2...Sb3+ 3.Kc2 L:d2 4.L:d2 S:d4+ 5.Kd1 S:f3 6.Le3 Sg1? 7.f3!.

 

E: Günther Weeth/Werner Keym, Urdruck

Ergänze einen Bauern und einen weiteren Stein so, dass in der entstehenden Stellung zwei bestimmte Steine nachweislich Umwandlungsfiguren sind (Stellungsauflösung und Retroanalyse!). (8+13 (+2)

Lösung: + wBc7 und + wTh8, dann sind sSd7 und wTh8 durch Umwandlung entstanden. Die Stellung kann nur wie folgt aufgelöst werden: 1.0-0+ Sc5-d7 2.c6-c7 Sb3-c5 3.c5-c6 Sc1-b3 4.c4-c5 c2-c1S 5.c3-c4 (Diagramm) b3/d3:Xc2

In dieser Stellung geschah zuletzt b3:c2 oder d3:c2

Retroanalyse: Die weißen Bauern schlugen dreimal, nämlich eine Originalfigur, eine Umwandlungsfigur aus sBa7 oder sBc7 und schließlich den schwarzen Königsturm auf g8: f7:Tg8(T). Die schwarzen Bauern benötigen sechs Schlagobjekte, darunter beide weißen Läufer. Daher darf d2:Xe3? oder e2-e3? (sperrt den wLc1 bzw. den wLf1 aus) im Rückwärtsspiel nicht vorzeitig ausgeführt werden.
Falls die weißen Bauern außer dem Turm auf g8 zwei weitere Originalfiguren geschlagen haben sollten, dann befindet sich neben den zwei nachweislichen Umwandlungsfiguren sSd7 und wTh8 noch eine weitere, nicht näher zu bestimmende auf dem Brett.

„Wunderbar, wer hätte das in der Diagrammstellung vom Sd7 vermutet!“ (Norbert Geissler)