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24.12.2005
Leserwettbewerb der Stuttgarter Zeitung
Auflösung
Teil I
Auflösung Teil II
Fünf
neckische Schachrätsel
Von Harald Keilhack, 24. Dezember 2005
Wie jedes
Jahr seien die StZ- und Internetleser zu unserem Wettbewerb eingeladen. Unter
den Einsendern richtiger Lösungen von A und B werden ein Philips-Farbfernseher,
ein DVD-Player und eine Digitalkamera verlost.
Achten Sie bitte bei allen Aufgaben darauf, dass nach dem Zurücknehmen oder
Einsetzen eine legale (= durch regelkonforme Züge herbeizuführende) Stellung
entsteht - und auch darauf, welche Seite am Zug ist bzw. sein kann!
Ferner ist jeweils zu prüfen, ob es nicht mehr als eine Lösung gibt.
Eine kleine Zusatzfrage: In welchen der fünf Aufgaben rochiert Schwarz?
Wir wünschen viel Spaß beim Lösen!
"Letzte
Schlacht auf b8"
A: Günther Weeth, Urdruck
Wer setzt in einem Zug matt? (8+5)
„Ewige
Ruhe auf a8?“
B: W. Keym und G. Weeth, Urdruck

Ergänze König und Turm von Schwarz, dann Matt in einem Zug (5+1+2)
Ø
Als „Kür“ für unsere Experten drei weitere Rätsel. Ggf. ist eine retroanalytische Begründung anzugeben. Alle Einsender richtiger Lösungen werden bei der Besprechung genannt und erhalten je einen Buchpreis.
C: Werner Keym, Urdruck
Aus einer Stellung mit vier Steinen geht hervor, dass im bisherigen Verlauf der Partie auf genau drei hellen Feldern niemals ein weißer Läufer gestanden haben kann. Wie viele solcher Stellungen gibt es, in denen genau drei Steine, darunter die Könige, auf Feldern gleicher Farbe stehen?
Hier kann ein weißer Läufer niemals auf c2, d1, e2 gestanden haben. Dies ist jedoch keine Lösung, da sich hier alle vier Steine auf Feldern gleicher Farbe befinden!
D:
Günther Weeth, Urdruck

Weiß nimmt
drei, Schwarz zwei Züge zurück. Dann setzt Weiß in zwei Zügen matt. (10+8)
Verteidigungsrückzüger = Schwarz kooperiert im Rückwärtsspiel nicht! So er denn
überhaupt eine Wahl hat ...
E: Jens Guballa und Werner Keym, Urdruck

Ergänze einen schwarzen Bauern, dann Matt in zwei Zügen. (11+10+1)
Ø
Einsendungen werden bis 15. Januar (Poststempel) erbeten an die Stuttgarter Zeitung (Schach), Postfach 106032, 70049 Stuttgart.
75 Einsendungen brachte unser Weihnachtswettbewerb, davon gelangten 51 in die Preisziehung. Die glücklichen Gewinner:
1. Preis
(Philips-Farbfernseher):
Horst Kiemele aus Leonberg
2. Preis
(DVD-Player):
Ralf Feest aus Holzgerlingen
3. Preis
(Digitalkamera):
Thomas Lutzius aus Stuttgart
Zur Auflösung:
"Letzte
Schlacht auf b8"
A: Günther Weeth, Urdruck
Wer setzt in einem Zug matt? (8+5)
Reingefallen ist hier, wer mit Schwarz mattsetzen wollte (1...L:b8+?), da Schwarz nur scheinbar keinen letzten Zug hatte. Möglich war sowohl Kc8-d8 und davor wBc7:Tb8(wird)S+ (die letzte Schlacht) wie auch Kc8:d8 und davor c7:d8+. Also: 1.Tc8#.
„Ewige
Ruhe auf a8?“
B: W. Keym und G. Weeth, Urdruck

Ergänze König und Turm von Schwarz, dann Matt in einem Zug (5+1+2)
Drei Lösungen:
+Ke8, Td8 und 1.Sc7#. +Kc6, Tb5 und 1.Sab8#. +Kc8, Td8
und 1.Sb6#; Hier hat Schwarz sehr wohl einen letzten Zug, nämlich die lange
Rochade - zugleich der erste Zähler für die Zusatzfrage „in welchen Aufgaben
rochiert Schwarz?“.
Allerdings nicht Ka8/Ta7 (1.Sb6#), weil Schwarz hier tatsächlich keinen letzten
Zug hat. Bei der Bewertung dieser Aufgabe waren wir kulant.
Zu C-E die
Kurzlösung. Näheres samt Nennung der Spitzenlöser am 28. Januar.
C: Vier Stellungen, u.a. wKg8, sKc8, Td8, Bd7
D: b5:Sa6 usw., Matt mit 1.T:b8+ Kd7 2.b:c6#, mit Dual. Niveauvoller: 1.Lg1:c5!
c6-c5+ 2.Kc5:b4 b5-b4+ 3.L:h2:L:g1!, vor 1.K:c6 und 2.Tb8#, ...0-0 retroanalytisch
verboten.
E: +sBa3, 1.Dg5!, 1...0-0? verboten.
Auflösung
zweiter Teil -
Die Expertenrunde: Sechs ließen sich nicht beirren
Von Harald Keilhack, 28. Januar/2. Februar2006
48 Löser beteiligten sich am Expertenwettbewerb, sechs ließen sich auch von unvorhergesehenen Schwierigkeiten nicht beirren:
Dietmar Fauth, Norbert Geisler (beide München), Andrej Frolkin (Kiew), Hannu Harkola, Olli Heimo, Hannu Lehto (alle Finnland).
Bei weiteren fünf fehlte einmal eine Teillösung:
Hans Bergmann (Aalen), Jens Guballa (Tamm), Mario Richter (Berlin), Klaus Wenda (Wien), Markus Zehender (Ulm).
Ebenfalls buchpreiswürdig waren die Einsendungen von Norbert Derksen (Konstanz), Randolf Eilenberger (Dossenheim), Kurt Lorenz (Marbach), Rolf Sandau (Oberstenfeld), Ronald Schäfer (Aalen), Bernd Schwarzkopf (Neuß), Nils Empacher, Thomas Lutzius und Rolf Schreiber (Stuttgart).
Völlig richtig lösten 14 Leser die Aufgabe C, elf die D und 36 die E. Im einzelnen:
C: Werner Keym, Urdruck
Aus einer Stellung mit vier Steinen geht hervor, daß im bisherigen Verlauf der Partie auf genau drei hellen Feldern niemals ein weißer Läufer gestanden haben kann. Wie viele solcher Stellungen gibt es, in denen genau drei Steine, darunter die Könige, auf Feldern gleicher Farbe stehen?
Es gibt vier solcher Stellungen:

Zuletzt
geschah a2-a3+. Ein weißer Läufer stand nie auf a2, g2 und h1.
Ganz ähnlich:

Nicht betretbar waren a2, b1 und c2. Sowie

Hier waren g2, h1 und h7 unzugänglich.
Die Spiegelbilder wKb2, Ba3; sKb4, Bb7 oder wKg5; sKg7, Bh6, Bb7 bzw. Bf7 (zuletzt jeweils h7-h6+) scheitern daran, daß auf a8 oder g8 ein weißer Umwandlungsläufer gestanden haben kann!
Daneben und „nicht ganz überraschend für die, die Werner Keyms Probleme kennen“ (Schwarzkopf):

Der letzte Zug war ...0-0-0+, davor z.B. wK:Sg8. Ein weißer Läufer konnte nie auf a8, d7 und e8 stehen.
D: Günther
Weeth, Urdruck

Weiß nimmt
drei, Schwarz zwei Züge zurück. Dann setzt Weiß in zwei Zügen matt. (10+8)
Verteidigungsrückzüger = Schwarz kooperiert im Rückwärtsspiel nicht! So er denn
überhaupt eine Wahl hat ...
Zurück 1.Le3:Lc5?
scheitert einzig an ...Ld4:Lc5.
Die vorgesehene Lösung war daher 1.Lg1:Bc5! c6-c5+ 2.Kc5:Bb4 b5-b4+ 3.Lh2:Lg1!
(davor Bf2:Xg1L+).
In dieser Stellung

Letzter Zug Bf2:Xg1L+
ist die Rochade retroanalytisch verhindert, mithin K:c6 und Tb8#. Die Stellung zeigt je fünf Schlagfälle der weißen und schwarzen Bauern - mit weniger kommen, angesichts des Ba3, die Bauernmassen nicht aneinander vorbei.; Zusammen mit dem erwähnten f2:Xg1 sind alle elf fehlenden Steine „erklärt“. Der weiße h-Bauer hat sich schlaglos auf h8 umgewandelt (Rochadeverbot!) und wurde andernorts von einem schwarzen Bauern geschlagen.
Daneben geht noch, mit Dualen, zurück 1.Bb5:Sa6 Sb8-a6+ 2.Lbel.:Bc5 c6-c5+ 3. Lc5-bel. oder 1.Ld4:Bc5 c6-c5+ 2.Lc5:Dd4! Dbel.-d4+ 3.b5-b6, und vor jeweils 1.T(:)b8+ Kd7 2.b5:c6#, worauf uns zuerst M. Richter hinwies.
Eine einwandfreie Darstellung der Idee zeigt dieses Diagramm:

Forderung und Lösung wie im Original (ohne die Nebenlösung, natürlich)
E: Jens Guballa und Werner Keym, Urdruck

Ergänze einen schwarzen Bauern, dann Matt in zwei Zügen. (11+10+1)
+sBa3, dann 1.Dg5! und 2.Dd8#, da Schwarz nicht mehr rochieren darf - dem weißen König ist der Weg über den Damenflügel versperrt, er kann nur über g6-f7-e8(e7)-d8 eingedrungen sein.
Zuerst ist die wD nach d1 zurückzuführen, dann wK über d8 nach e1 und wLg6 nach f1, darauf wBg3 nach g2 und wLg1 nach c1, schließlich wBb3 nach b2 und sLb1 nach c8, bis etwa zurück zu dieser Stellung:

Für Skeptiker sei die Entwicklung aus der Grundstellung skizziert: wBa2:Sb3, wBh2-h4, sBe7:Sd6:Tc5:Tb4, wS:Bf7, sBb7:Sc6, sBh7-h5, wBh4:Lg5-g6:Dh7:Sg8X (beliebige Umwandlung), Xg8 nach a3, sBb4:Xa3, wBb3-b4, sLc8 nach b1, wBb2-b3, wLc1 nach g1, wBg2-g3, wLf1 nach g8, sTa8 nach b6, sKe8 nach d6, wKe1 nach d8-c8, sTb6 nach f7, wDd1 nach c5, sKd6 nach e8, wLg8 nach g6.
„Ich muss gestehen, dass ich den Bauern ... sofort auf a2 eingesetzt habe. Erst nach vielen Stunden kam die Erkenntnis, dass Schwarz dann noch rochieren kann, wenn auch ganz knapp.“ (Peter Lau, Stuttgart)
Wir danken für die vielen originellen Kommentare!
Es war
mir ein Graus:
Kaum hat’ ich eine Lösung gefunden,
fiel sie zusammen wie ein Kartenhaus.
Was hab’ ich mein Hirn geschunden!“
(Werner Heilig, Karlsruhe)